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Das World Wide Web Consortium (W3C) stellt Internationalisierungsinitiative vor

Das W3C leitet Programm, um das World Wide Web weltweit zugänglich zu machen



https://www.w3.org/ —9. Juli 2018 — Das World Wide Web Consortium (W3C) hat heute den Start der Internationalisierungsinitiative bekannt gegeben, die das Web weiter internationalisieren soll.

Internationalisierung („i18n“) umfasst das Design sowie die Entwicklung von Applikationen, Spezifizierungen o.Ä. und zugleich die Sicherstellung, dass diese funktionieren oder für Benutzer unterschiedlicher Herkunft, Religion oder Sprache leicht angepasst werden können. Starkes Engagement für I18n besteht von Seiten des W3C schon seit langem. Seit Anfang 1998 beschäftigt sich I18n aktiv damit universalen Zugriff auf das Web sicherzustellen und blickt auf ein umfassendes Spektrum von beendeten und laufenden Projekten zurück, die das World Wide Web wirklich weltweit zugänglich machen sollen. Mit dem rasanten Wachstum des Webs und immer mehr aktiven Mitgliedern wollen und müssen wir aktiver werden.

"The key thing about the Web is that it is universal. One of the most important actions taken at the start - to make sure the Web was for everyone - was Internationalization. People who come from different cultures and use different languages work to make sure that all kinds of languages, whether read from left or right, can be shared and used on the Web. That makes me very proud. Inclusive of all cultures, the Web is richer." (Tim Berners-Lee, Erfinder des Web und Direktor des W3C)

Die Internationalisierung des Webs hat in den letzten Jahrzehnten enorme Erfolge gezeigt, aber auch Herausforderungen hervorgebracht

Internationalisierung macht es möglich Web-Technologien in verschiedenen Sprachen, mit unterschiedlichen Skripten und vor diversem kulturellen Hintergrund zu benutzen. Die W3C-Aktivitäten im Bereich Internationalisierung finden in Kooperation mit den W3C Working Groups statt und stellen darüber hinaus Kontakte zu anderen Organisationen her, die das Web zusätzlich internationalisieren. Die Web-Community hat in den letzten Jahrzehnten enorme Erfolge in der Internationalisierung des Webs erzielt, von der Etablierung von Unicode als Grundlage des Webs über Support für bidirektionale Schreibsysteme wie Arabisch und Hebräisch bis zu Stilanpassungen für vertikalen Text oder andere typographische Funktionen. Jedoch bleibt mit dem wachsenden Eindringen des Web in Sprachgemeinschaften, bedingt durch neue Anwendungsszenarien und neue Applikationen wie dem Digital Publishing, mehr zu tun.

Laut Ethnologue werden derzeit fast 7100 Sprachen gesprochen, jedoch werden nach W3Techs weniger als 200 Sprachen zur Erstellung von Webinhalten verwendet. Außerdem wird Englisch auf mehr als der Hälfte aller Webseiten verwendet. Aber nur rund ein Viertel der heutigen Web-User benutzt Englisch als Online-Sprache. Diese starke Diskrepanz zeigt, dass um dem „World Wide“ im Namen gerecht zu werden, das Web Bedürfnisse der User unterstützen muss, die sich mit Inhalten in verschiedenen Sprachen auseinandersetzen. Internationalisierung macht es möglich Web-Technologien auch mit verschiedenen Sprachen, Skripten und Kulturen zu verwenden.

"Supporting the W3C Internationalization Initiative with funding or expertise is a vital way that our Web community creates the future of the global Web." (Jeff Jaffe, CEO des W3C)

Das W3C ergreift Maßnahmen um Kernarbeit im Bereich Internationalisierung zu erweitern

Die Internationalisierungsinitiative setzt auf Beteiligung von Stakeholdern, um Fachpersonal und zusätzliche Finanzmittel zu stellen, um einen erheblichen Schub und weitere Arbeit in drei Hauptaspekten des Internationalisierungskontinuums zu sichern.

Typische Aktivitäten umfassen:

Gründungssponsoren und Teilnehmer schließen sich zusammen und helfen dabei Communities stärker zu vernetzen

Die W3C-Mitglieder Alibaba, Apple, Advanced Publishing Lab (Keio University), Monotype, und The Paciello Group engagieren sich als Founding Sponsors der Internationalisierungsinitiative. Sponsoren genießen einzigartige Vorteile, unter anderem ist ihnen ein Sitz im Internationalization Review Board gewährt sowie die Möglichkeit bestimmte Projekte gezielt zu unterstützen.

Neben der Unterstützung der Sponsoren bemüht sich das W3C Stakeholder zu finden, die Fachpersonal zur Hilfe der oben beschriebenen Initiative stellen können. Es ist wichtig, dass weltweit Menschen zu einem internationalen Web beitragen können, das ihre Communities repräsentiert. Außerdem sollten Entwickler von Webtechnologien sicherstellen, dass Ressourcen verfügbar gemacht werden, sodass Entwicklungsländer im Web nicht zu Bürgern zweiter Klasse werden.

Über die W3C-Internationalisierungsaktivität

Die Mission der W3C-Internationalisierungsaktivität ist, universalen Zugriff auf das World Wide Web zu gewährleisten. Dies geschieht durch neue Ideen und Koordination von W3C-Techniken, Konventionen, Technologien und Designs, die die Benutzung von W3C-Technologien und dem Web weltweit verbessern, sowohl mit Hilfe als auch zwischen den verschiedenen Sprachen, Skripten, Regionen und Kulturen. Das W3C verfolgt dieses Ziel auf verschiedene Weise, u.a. durch Kollaborationen mit W3C-Gruppen, Koordination mit anderen Organisationen, Erstellen von Lernmaterial und technischer Arbeit selbst in verschiedenen Themen. Das Arbeitsspektrum reicht vom bekannten Internationalization Checker zu den weit benutzten Dokumenten wie „Working with Time Zones“, „Character Model for the World Wide Web“ oder „Requirements for Japanese Text Layout“ etc.

Über das World Wide Web Consortium

Die Mission des World Wide Web Consortiums (W3Cs) ist das volle Potential des Web auszuschöpfen. Technische Standards und Richtlinien sollen sicherstellen, dass das Web weltweit für jeden offen, zugänglich und interoperabel bleibt. Deswegen entwickelt das W3C unentgeltlich und nach Richtlinien der W3C Patent Policy namenhafte Spezifikationen wie HTML5, CSS und die Open-Web-Plattform und arbeitet ebenfalls an Sicherheit und Datenschutz. Für die Bemühungen Online-Videos durch Titel und Untertitel für ein breiteres Publikum zugänglich zu machen, erhielt das W3C 2016 den Emmy Award.

Die W3C-Vision des „One Web“ bringt tausende von engagierten Technologie-Experten, die mehr als 400 Mitgliedsorganisationen und dutzende Industriesektoren repräsentieren, zusammen. Das W3C wird gemeinsam vom MIT Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory (MIT CSAIL) in den USA, dem European Research Consortium for Informatics and Mathematics (ERCIM), beheimatet in Frankreich, der Keio Universität in Japan und der Beihang Universität in China. Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.w3.org/.

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Medienkontakt

Amy van der Hiel, W3C Media-Relations-Koordinator <w3t-pr@w3.org>
+1.617.253.5628 (Amerikanische Ostküstenzeit)