Personennamen aus aller Welt

Zielgruppe: Inhaltsautoren, HTML-Entwickler (die Web-Editoren/Texteditoren oder Scripte benutzen), Script-Entwickler (PHP, JSP u.a.), Schema-Entwickler (DTDs, XML Schema, RelaxNG u.a.), Webprojekt-Manager und alle, die am Entwurf von Formularen, Datenbanken und Ontologien beteiligt sind, in denen Personennamen erfasst werden

Frage

Worin unterscheiden sich Personennamen aus verschiedenen Teilen der Welt und welche Folgen resultieren daraus beim Entwurf von Formularen, Datenbanken, Ontologien usw. fürs Web?

Hintergrund

Entwickler von Webformularen, Datenbanken und Ontologien sind sich oft nicht bewusst, wie verschieden gebildet Personennamen in anderen Ländern sein können. Sie gehen bei der Gestaltung von Formularen oder Datenbanken von falschen Voraussetzungen bei ausländischen Nutzern aus. Dieser Artikel gibt zuerst eine Einführung in die Unterschiede bei Personennamen und danach einige mögliche Folgerungen, wie man damit im Web umgeht.

Der Artikel kann nicht alle Fragen beantworten. Die beste Antwort wird je nach Erfordernissen der jeweiligen Anwendung anders ausfallen, und in den meisten Fällen wird es schwer sein, eine perfekte Lösung zu finden. Der Artikel möchte Sie vielmehr für einige grundlegende Fragen sensibilisieren und einen Einstieg geben. Die Beispiele und gegebenen Ratschläge beziehen sich meist auf Webformulare und Datenbanken. Viele der Konzepte sollten auch beim Entwurf von Ontologien bedacht werden, wenngleich hier keine speziellen Beispiele dafür gezeigt werden.

Szenarien

Es gibt einige grundlegende Szenarien zu bedenken.

  1. Sie entwerfen ein Formular in einer einzigen Sprache (nehmen wir an, in Englisch), das Menschen aus aller Welt ausfüllen.

  2. Sie entwerfen ein Formular in einer Sprache, doch das Formular wird an die kulturellen Unterschiede angepasst, wenn die Website übersetzt wird.

In der Realität werden Sie es kaum ermöglichen können, an jede Kultur anzupassen. Auch wenn Sie den 2. Ansatz verfolgen, werden immer noch einige Nutzer ein Formular verwenden, das nicht speziell für ihre Kultur gedacht ist.

Beispiele für Unterschiede

Sehen wir uns zunächst einige Beispiele an, wie sich Personennamen aus verschiedenen Teilen der Welt unterscheiden können.

Vorname und Vatersname

In dem isländischen Namen Björk Guðmundsdóttir ist Björk der Vorname. Der zweite Teil des Namens verweist auf den Namen des Vaters (oder manchmal der Mutter), gefolgt von -sson bei einem Mann und -sdóttir bei einer Frau. Es ist eher eine Beschreibung als ein Familienname im westlichen Sinne. Björks Vater, Guðmundor, ist der Sohn von Gunnar; er heißt demnach Guðmundur Gunnarsson.

Isländer ziehen es vor, mit ihrem Vornamen (Björk) oder mit ihrem vollen Namen (Björk Guðmundsdóttir) angesprochen zu werden. Björk wird normalerweise nicht als Frau Guðmundsdóttir angesprochen. Telefonverzeichnisse sind in Island nach Vornamen sortiert.

Andere Kulturen, in denen eine Person einen Vornamen gefolgt von einem Vatersnamen hat, sind Teile von Südindien, Malaysia und Indonesien.

In dem malaiischen Namen Isa bin Osman steht das Wort „bin“ für „Sohn von“ (bei Frauen heißt es „binti“). Um sich auf diese Person zu beziehen, können Sie Herr Isa sagen, oder wenn Sie ihn persönlich kennen, Encik Isa (Encik ist eine indonesisches Entsprechung für Herr).

Unterschiedliche Reihenfolge der Namensteile

In dem chinesischen Namen 毛泽东 (Mao Ze Dong) ist Mao der Familienname, d.h. der erste Name beim Lesen (von links nach rechts) ist der Familienname. Dong ist der Vorname. Das mittlere Zeichen, Ze, ist ein Generationsname; er ist bei allen Geschwistern gleich (wie bei seinen Brüdern und seiner Schwester: 毛泽民 (Mao Ze Min), 毛泽覃 (Mao Ze Tan) und 毛泽紅 (Mao Ze Hong)).

Menschen außerhalb des Familien- und Freundeskreises würden Mao mit 毛泽东先生 (Mao Ze Dong xiān shēng) oder 毛先生 (Mao xiān shēng) ansprechen (xiān shēng ist die Entsprechung für Herr). Nicht alle haben heutzutage einen Generationsnamen, insbesondere gilt das in der Volksrepublik China. Doch bei denjenigen, die einen haben, sollte er zusammen mit dem Vornamen verwendet werden. Wenn Sie also mit jemandem namens 毛泽东 befreundet sind, sprechen Sie ihn mit 泽东 (Ze Dong) an, nicht mit 东 (Dong).

Beachten Sie, dass die Namensteile nicht durch Leerzeichen getrennt sind.

Die Reihenfolge erst Familienname, dann Vorname(n) ist auch in anderen Ländern gängig, bspw. in Japan, Korea und Ungarn.

Chinesen, die mit Leuten aus der westlichen Welt zu tun haben, verwenden oft einen zusätzlichen Vornamen, der für diese einfacher ist. Bspw. könnte Yao Ming (Familienname Yao, Vorname Ming) seinen Namen für Ausländer als Fred Yao Ming oder Fred Ming Yao angeben.

Mehrere Familiennamen

Spanischsprechende Menschen haben gewöhnlich zwei Familiennamen. María-Jose Carreño Quiñones bspw. könnte die Tochter von Antonio Carreño Rodríguez und María Quiñones Marqués sein.

Sie sollten sie als Señorita Carreño ansprechen, nicht als Señorita Quiñones.

Brasilianer haben ähnliche Bräuche, können jedoch sogar drei oder vier Familiennamen haben, die sich aus den Namen ihrer Vorfahren ergeben, wie z.B. José Eduardo Santos Tavares Melo Silva.

Zwei spanische Familiennamen sind üblicherweise in der Reihenfolge Name des Vaters+Name der Mutter, während portugiesische Namen in Brasilien in der Reihenfolge Name der Mutter+Name des Vaters sind. Diese Reihenfolge kann jedoch variieren.

In einigen Familiennamen treten außerdem kurze Wörter wie de oder e zwischen Familiennamen auf, wie in Carreño de Quiñones oder Tavares e Silva.

Verschiedene Formen von Namen

Wir haben gesehen, dass die Vatersnamen in Island auf -sson bzw. -sdóttir enden, abhängig vom Geschlecht des Kindes. In Russland werden Vatersnamen als Mittelnamen verwendet, zusätzlich zu Familienamen, in der Reihenfolge Vorname–Vatersname–Familienname. Die Endungen der Vaters- und Familiennamen richten sich danach, ob die betreffende Person männlich oder weiblich ist. Die Ehefrau von Борис Николаевич Ельцин (Boris Nikolajewitsch Jelzin) ist Наина Иосифовна Ельцина (Naina Iossifowna Jelzina) – die Namen des Mannes enden auf Konsonanten, die Namen der Frau (auch ihr Vatersname) enden auf -a.

Initiale in der Mitte

US-Amerikaner schreiben ihren Namen oft mit einer Initiale in der Mitte, z.B. John Q. Public. In den USA entwickelte Formulare gehen oft davon aus, dass dies gängige Praxis ist. Doch schon in Großbritannien, wo Menschen einen (oder mehrere) weitere Vornamen haben können, erscheint dies oft als typisch amerikanisch. Koreaner, die üblicherweise drei Namen haben und diese nicht abkürzen, würden nicht wissen, wie sie mit solch einem Formular umgehen sollen. Bedenken Sie auch, dass viele, die eine Initiale in ihrem Namen verwenden, diese am Anfang verwenden.

Vererbung von Namen

Es wäre falsch, davon auszugehen, dass Angehörige einer Familie denselben Familiennamen tragen. In westlichen Ländern nimmt der Trend zu, dass Frauen bei der Heirat ihren Namen behalten; in anderen Kulturen, bspw. in China, ist das normal. In manchen Ländern kann die Ehefrau den Namen des Mannes annehmen oder auch nicht. Wenn die malaiische Frau Zaiton den oben erwähnten Isa heiratet, kann sie weiterhin Frau Zaiton heißen oder sie kann sich dafür entscheiden, Zaiton Isa zu heißen. In dem Fall können Sie sie mit Frau Isa ansprechen.

Spanische Namen werden etwas anders gebildet. Manuel A. Pérez Quiñones beschrieb 1996 die Namen in seiner Familie. Wie bereits gesagt, bekam er seine Familiennamen (apellidos) Pérez Quiñones, weil die seines Vaters Pérez Rodríguez und die seiner Mutter Quiñones Alamo waren. Er lernte dann eine Frau mit den Familiennamen Padilla Falto kennen. Als sie heirateten, änderte sie ihren Familiennamen in Padilla de Pérez. Ihre gemeinsamen Kinder heißen Pérez Padilla. Es haben also nur die Kinder in der Familie dieselben Familiennamen.

Man sollte auch nicht einfach davon ausgehen, dass die Frau den Namen des Mannes annimmt; manchmal nimmt der Mann bei der Heirat den Namen der Frau an. Ein Formular sollte also mit „Geburtsname“ beschriftet sein, nicht mit „Mädchenname“.

Wenn alles zusammenkommt

Bei vielen Kulturen kommt all das Gesagte in Personennamen zusammen, und weitere Eigenheiten kommen hinzu.

Zum Beispiel ist Velikkakathu Sankaran Achuthanandan ein Name aus Kerala in Südindien, gewöhnlich geschrieben als V. S. Achuthanandan. Er folgt dem Schema Familienname–Vatersname–Vorname.

In einigen Teilen der Welt sind Namensteile abgeleitet von Titeln, Orten, Abstammung, Kaste, religiösen Bezügen usw. Es folgen einige Beispiele:

In Thailand haben Personen einen Kurznamen, der gewöhnlich nichts mit ihrem eigentlichen Namen gemein hat. Dieser wird allgemein in informellen Situationen verwendet. (Thailänder stellen sich auch typischerweise Menschen aus dem Westen mit diesem Namen vor, denn er ist üblicherweise nur ein- oder zweisilbig und deshalb einfacher auszusprechen.) Der frühere Premierminister Thaksin Shinawatra hat den Kurznamen Maew (แม้ว). Thailänder haben oft verschiedene Kurznamen für die Familie und Freunde.

In Vietnam folgen Namen wie bspw. Nguyễn Tấn Dũng der Reihenfolge Familienname–Zwischenname–Vorname. Dies erscheint ähnlich wie das chinesische Beispiel weiter oben; der vietnamesische Premierminister wird jedoch selbst formell mit seinem Vornamen angesprochen, also Herr Dũng, nicht Herr Nguyễn.

Mehrdeutigkeit bei Schreibweisen

Die ideographischen Zeichen bei japanischen Namen können typischerweise auf verschiedene Arten gelesen werden. In manchen Fällen bereitet dies Schwierigkeiten zu erkennen, wie ein Name auszusprechen ist, und bereitet Probleme bei der automatischen Sortierung und beim Nachschlagen von Namen, was üblicherweise auf der Aussprache des Namens basiert. So kann bspw. der Familienname von 東海林賢蔵 (d.h. die ersten drei Zeichen von links) entweder Tōkairin oder Shōji transkribiert bzw. gesprochen werden.

Außerdem können verschiedene Kanji-Zeichen gleich gesprochen werden. Bei der Umschrift in lateinische Zeichen gehen demzufolge Unterschiede bei Namen verloren. So können bspw. 庄司, 庄子, 東海林 und 小路 alle als Shōji transkribiert werden.

Einige japanische Namen verwenden altertümliche Zeichen oder Zeichen, die im modernen Japanisch nicht mehr in Gebrauch sind. Die Aussprache dieser Zeichen ist möglicherweise unbekannt.

Deshalb geben Japaner häufig zusätzlich zur normalen Schreibweise eine phonetische Version ihres Namens an (in der nicht-ideographischen japanischen Kana-Silbenschrift).

Weitere Informationen

Im bisher Gesagtem wurden anhand recht einfacher Beispiele einige gravierende Unterschiede beschrieben, wie Personennamen gebildet werden. Die Realität ist oft noch komplizierter – selbst innerhalb einer Kultur. Die Wikipedia bietet eine Vielzahl ausgezeichneter Artikel darüber, wie Personennamen in verschiedenen Kulturen rund um die Welt aussehen. Für tiefergehende Informationen seien die folgenden Links empfohlen:

AkanArabischBalinesischBulgarischChinesischDeutschFidschiFranzösischHawaiischHebräischIndischIndonesischIrischIsländischItalienischJapanischJavanischKoreanischLitauischMalaysischMongolischNiederländischPersischPhilippinischPolnischPortugiesischRussischSpanischTaiwanischThailändischTschechischUngarischVietnamesisch

Konsequenzen für den Entwurf von Eingabefeldern und Datenbankfeldern

Wie oben gesagt, ist es ein möglicher Ansatz, Formulare an eine bestimmte Kultur anzupassen. Theoretisch sollten Sie in der Lage sein, Ihre Formulare genau auf die Anforderungen Ihres Zielpublikums zuzuschneidern. Leider könnte dieser Ansatz aber dennoch problematisch sein:

Im Folgenden geben wir einige allgemeine Richtlinien. Das Thema ist leider sehr komplex und die Ratschläge hier sind für einen sehr allgemeinen Fall und gehen nicht auf alle Probleme ein.

Trennen oder nicht?

Wenn Sie Formulare oder Datenbanken entwerfen, die Namen von Menschen verschiedener Herkunft aufnehmen sollen, sollten Sie sich fragen, ob Sie wirklich getrennte Felder für Vorname und Familienname benötigen.

Das hängt davon ab, was Sie mit den Daten tun müssen. Natürlich ist es einfacher, den vollen Namen zu verwenden, wie ihn der Nutzer angibt, sofern dies möglich ist.

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Bedenken Sie, dass Namen in einigen Kulturen deutlich länger sein können als in Ihrer. Machen Sie Eingabefelder lang genug für die Eingabe langer Namen; und wenn der Name später auf einer Webseite ausgegeben wird, stellen Sie sicher, dass dafür genug Platz vorhanden ist. Und vermeiden Sie die Beschränkung der Feldgröße für Namen in Ihrer Datenbank. Gehen Sie nicht davon aus, dass ein japanischer Name mit 4 Zeichen in UTF-8 in 4 Bytes passt – Sie benötigen dafür 12 Bytes.

Strategien zum Trennen von Namen

Wenn Sie dennoch gezwungen sind, die Teile eines Namens einzeln abzufragen, vermeiden Sie die Begriffe „first name“ und „last name“ bzw. „Nachname“ als Beschriftung in nicht-lokalisierten Formularen, denn das kann Nutzer verwirren, die ihren Familiennamen üblicherweise vor ihrem Vornamen schreiben.

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Für manche Kulturen ist dies immer noch problematisch (z.B. für Isländer, die keine Familiennamen haben), doch ist dies das vermutlich das bestmögliche generische Formular – ohne die Anpassung auf die Spitze zu treiben.

In einigen Fällen möchten Sie bestimmte Teile eines Namens herausfinden, um Listen alphabetisch zu sortieren, Kontakte zu finden usw. Überlegen Sie, ob es sinnvoll ist, ein oder mehrere Eingabefelder zusätzlich zu dem Feld für den vollständigen Namen vorzusehen, in welche die Nutzer den Teil oder die Teile ihres Namens eingeben, die für einen bestimmten Zweck benötigt werden.

In einigen Fällen werden Sie sich für getrennte Felder entscheiden, da Sie einen Namensbestandteil verwenden möchten, um eine Person direkt anzusprechen oder zu benennen, wie z.B. bei „Richards Kontakte“ in Google+. Oder Sie möchten ihr vielleicht E-Mails mit persönlicher Anrede schicken. Beachten Sie, dass Sie dabei nicht nur auf Probleme bezüglich des Aufbaus von Namen stoßen, sondern auch unterschiedliche Erwartungen in Hinblick auf Formalität in verschiedenen Teilen der Welt berücksichtigen müssen. (Nicht jeder möchte von einem Fremden mit dem Vornamen angesprochen werden.) Es könnte besser sein, bei der Erstellung eines Nutzerprofils gesondert zu erfragen, wie die Person angeredet werden möchte.

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Dieses Extrafeld wäre auch hilfreich bei der Suche nach einem Namen in einer langen Liste und zur Erfassung thailändischer Kurznamen.

Die Sortierung japanischer Namen erfordert ein zusätzliches Feld zur Eingabe, wie der Name auszusprechen ist, denn das ist nicht immer aus den ideographischen Zeichen ersichtlich. Derartige Information zur Aussprache wird benutzt, um japanische Namen zu sortieren.

Wenn Sie getrennte Felder für Namensbestandteile verwenden, stellen Sie sicher, dass diese klar beschriftet sind, welcher Bestandteil wohin gehört. Setzen Sie bspw. nicht voraus, dass Nutzer ihre Namen in der Reihenfolge Vorname–Familienname angeben.

Treffen Sie keine falschen Annahmen, die in Algorithmen verwendet werden, um automatisch Teile eines Namens zu extrahieren. Der Ansatz der impliziten „n“-Optimierung in v-card und h-card bspw. könnte Schwierigkeiten im Umgang mit – sagen wir – chinesischen Namen haben. Sie sollten deutlich klarstellen, wie Nutzer ihre Namen angeben sollten, damit Sie die Daten erhalten, die Sie benötigen.

Gehen Sie nicht davon aus, dass ein einzelner Buchstabe eine Initiale ist. Manche Personennamen bestehen nur aus einem Buchstaben. Menschen mit solchen Namen werden Probleme haben, wenn die Formularvalidierung ihren Namen nicht akzeptiert und die Eingabe eines vollen Namens verlangt. Wenn Sie Nutzer anregen möchten, keine Initiale zu verwenden, geben Sie eine Warnung aus, anstatt das Absenden des Formulars zu verhindern.

Verlangen Sie nicht, dass Nutzer einen Familiennamen angeben. In Kulturen wie Teilen Südindiens, Malaysia und Indonesien hat ein Großteil der Bevölkerung Namen, die nur aus Vornamen bestehen, ohne Vatersnamen. Wenn Sie Familiennamen verlangen, erzeugen sie ein erhebliches Problem für diese Kulturen. Nutzer werden unsinnige Daten wie „.“ oder „Mr.“ in das Feld für Familiennamen eingeben, um das Formular abschicken zu können.

Weiteres

Erlauben Sie die Verwendung von Satzzeichen wie Bindestrichen, Apostrophen usw. in Namen. Erwarten Sie nicht, dass Namen in Großbuchstaben eingegeben werden – das kann auf mobilen Geräten schwierig sein. Erlauben Sie, Namen mit Leerzeichen einzugeben, um bspw. Präfixe und Suffixe wie „de“ in französischen, „von“ in deutschen und „Jnr“/„Jr“ in amerikanischen Namen zu unterstützen, und weil einige einen Namen mit Leerzeichen als einen einzelnen Namen ansehen, wie z.B. Rose Marie.

Gehen Sie nicht davon aus, dass Mitglieder einer Familie denselben Familiennamen haben.

Wie bereits erwähnt, ändern nicht nur Frauen ihre Familiennamen. Es ist deshalb besser, in einem Formular nach dem „Geburtsnamen“ zu fragen, nicht nach dem „Mädchennamen“.

Wenn Sie Formulare entwerfen, die für verschiedene Kulturen jeweils angepasst werden, bedenken Sie, dass die einzelnen Namensbestandteile vermutlich dennoch in einer zentralen Datenbank gespeichert werden müssen. Diese muss dann mit all den verschiedenen Schwierigkeiten umgehen können, die sich bei der Anpassung der Formulare ergeben.

Konsequenzen für die Unterstützung von Zeichen

Das erste, was Englisch-Muttersprachler (und Deutsch-Muttersprachler) bei Personennamen bedenken müssen, ist, dass eine große Mehrheit nicht die lateinische Schrift verwendet und dass von denen, die es tun, eine Mehrheit Akzentzeichen und Buchstaben verwendet, die es im Englischen (bzw. Deutschen) nicht gibt. Einmal gesagt, erscheint dies offensichtlich, doch hat das erhebliche Konsequenzen für Designer und Entwickler, die oft übersehen werden.

Wenn Sie ein englischsprachiges (deutschsprachiges) Formular entwerfen, müssen Sie entscheiden, ob Nutzer ihre Namen in ihrer eigenen Schrift (z.B. 小林康宏) oder in lateinischer Transkription (wie z.B. Yasuhiro Kobayashi) oder in beidem eingeben können.

Beachten Sie, dass auch Namen im Englischen Nicht-ASCII-Zeichen enthalten können (z.B. Zoë).

Andererseits gibt es Situationen, wo ausschließlich ASCII-Zeichen erlaubt sind, wie z.B. Loginnamen auf einem Nur-ASCII-System.

Was Nutzer in Formulare eingeben hängt oft davon ab, ob das Formular und die ganze Webseite in ihrer Sprache ist oder nicht. Wenn die Seite in der Sprache der Nutzer ist, sollten Sie darauf gefasst sein, von ihnen nicht-lateinische Zeichen oder lateinische Buchstaben mit Akzentzeichen (oder Umlaute) zurückzubekommen.

Wenn Sie Eingaben nur in lateinischen Buchstaben oder gar nur in ASCII-Zeichen erwarten, müssen Sie das dem Nutzer mitteilen.

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Die Entscheidung, was am geeignetsten ist, hängt weitgehend davon ab, wofür und wie Sie die Namen verwenden möchten.

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Bedenken Sie, dass Japaner eventuell eine Transkription ihres Namens in japanische Silbenschrift anstatt oder zusätzlich zu der ideographischen Form angeben möchten. Dazu ist eventuell ein drittes Eingabefeld in dem obigen Beispiel erforderlich.

Wenn sie Namen in Nicht-ASCII-Zeichen akzeptieren, sollten Sie eine Unicode-Zeichencodierung (d.h. UTF-8) für Ihren Seiten, für ihre Backend-Datenbanken und für alle Software dazwischen verwenden. Das macht Ihr Leben deutlich leichter.

Übrigens

Eine Anmerkung zur Sortierung

Namenslisten werden nicht überall auf der Welt nach Familiennamen sortiert. Thailänder und Isländer bspw. sortieren Listen stattdessen nach Vornamen.

Sortierungen können auch in verschiedenen Teilen der spanischsprachigen Welt voneinander abweichen. Bspw. würde eine María-Jose Carreño Quiñones in einem Teil der Welt erwarten, ihren Namen in einer Liste unter Carreño Quiñones zu finden. Eine María-Jose Carreño Quiñones in einem anderen Teil der Welt jedoch würde ihren Namen unter Quiñones einsortiert erwarten.

Die Behandlung von Wörtern wie „von“, „de“ und „van“ bringt zusätzliche Komplexität bei der Sortierung mit sich. Manchmal sind diese Präfixe signifikant, in anderen Fällen nicht.

Förmlichkeit und Höflichkeitsformen

In verschiedenen Kulturen gelten verschiedene Grade von Förmlichkeit. Wenn Sie jemanden ansprechen, müssen sie dies beachten. Während die Anrede mit dem Vornamen in der westlichen Welt und in Technologiekreisen eine gängige Form wird, ist sie keinesfalls überall angebracht. Wenn man in Großbritannien jemanden zum ersten Mal kontaktiert und denjenigen mit dem Vornamen anredet, setzt das eventuell voraus, dass man sich vorher schon einmal getroffen hat.

Die Ansprache mit Titel und Vorname (z.B. „Mr. Richard“) oder nur mit dem Familiennamen (z.B. „Ishida!“) ist in manchen Teilen der Welt angebracht, in anderen jedoch nicht (wie z.B. in Großbritannien).

In Deutschland legt man Wert auf Titel. Sie sollten jemanden möglicherweise nicht einfach mit Herr Schmidt anreden, sondern mit Herr Professor Doktor Schmidt.

In einer Kultur wie der japanischen ist es üblich, eine Höflichkeitsform oder eine Positionsbezeichnung an den Namen dessen zu hängen, den man kontaktiert. Es wäre bspw. angebracht, jemanden mit Tanaka-san oder Tanaka-sama anzusprechen (abhängig von der Beziehung zu dieser Person). Ein Abteilungsleiter namens Tanaka würde erwarten, mit Tanaka-bucho (Abteilungsleiter Tanaka) angesprochen zu werden. Obwohl man -san an Vornamen anhängen kann, wäre das sehr ungewöhnlich für Personen im Arbeitsumfeld.